Meniskus
Aufgabe der Menisken
Während
noch vor 100 Jahren der Meniskus als funktionsloser Überrest eines Muskels
angesehen wurde, ist die Bedeutung der Menisken für den Schutz des Gelenkknorpels
erwiesen.
Die Innen- und Außenmenisken bestehen aus bindegewebigen Faserbündeln
(Faserknorpel und Kollagenfasern). Sie dienen der Vergrößerung der
Kontaktfläche zwischen Ober- und Unterschenkel, der Dämpfung und Verteilung
von Kräften, der Stabilisation des Kniegelenks und der Vermittlung der
Lageempfindung im Knie.
Ursache der Meniskusschäden
Die direkte Schädigung des Meniskus durch einen Unfall, z.B. Verdrehen
des Knies, ist seltener als degenerative, verschleißbedingte Risse. Überlastungen
entstehen durch erhebliche Dreh- und Beugebelastung beim Sport, durch Übergewicht
oder auch durch Achsenfehlstellung der Beine (O- oder X Beine).
In vielen Fällen der Meniskusschäden kann keine direkte Ursache festgestellt
werden und der Riss entsteht durch Nachlassen der Belastbarkeit des Gewebes.
Insgesamt ist der lnnenmeniskus weit häufiger betroffen als der Außenmeniskus.
Beschwerden durch Meniskusschäden
Der Meniskusschaden verursacht Schmerzen im Knie, insbesondere bei Drehbewegungen.
In der Hocke, oft auch am Abend und in der Nacht, je nachdem wie das Bein liegt.
Die durch den Riss verursachte Reizung der Gelenkschleimhaut kann zur Schwellung
des Knies führen, so dass sogar eine Punktion des Knies erforderlich sein
kann.
Erkennen eines Meniskusschaden
Ihre
Schilderung der Beschwerden und die Untersuchung des Knies führen zur Diagnose.
Das Röntgenbild kann indirekte Hinweise zeigen. Ein Meniskusschaden kann
auch vorliegen, wenn das Röntgenbild, das nur den Knochen zeigt, völlig
unauffällig ist. Bei Zweifeln an der Diagnose veranlasst der Arzt eine
Kernspintomografie (Schichtuntersuchung) des Knies. Diese Untersuchung erfolgt
ohne Belastung durch Röntgenstrahlen im Magnetfeld.
Behandlung eines Meniskusschaden
1. Nichts tun
Manche Patienten übergehen ihre Schmerzen so lange wie möglich. Durch
die anhaltende Belastung des defekten Meniskus kann sich der Riss vergrößern
und zu fortschreitenden Knorpelschäden und so zu einem vorzeitigen Gelenkverschleiß
(Arthrose) führen.
2. Symptomatische Behandlung
Die alleinige Behandlung der Schmerzen kann die Ursache, den mechanisch defekten
Meniskus, nicht beheben. Spritzen, Salben, Tabletten und Bestrahlungen können
die Schmerzen evtl. lindern. Sie lösen jedoch nicht dauerhaft das Problem
und der Schaden schreitet unter Umständen fort.
3. Operation durch Gelenkspiegelung (Arthroskopie)
Mit der Arthroskopie kann heute jeder Meniskusschaden sicher festgestellt und
behandelt werden. Durch diesen relativ kleinen chirurgischen Eingriff wird der
Meniskus je nach Befund geglättet, entfernt oder wieder angenäht.
Ziel der modernen Meniskuschirurgie ist es, gesundes Meniskusgewebe zu schonen
und wenn möglich von einer großzügigen Entfernung des gesamten
Meniskus abzusehen, um die Aufgabe und Funktion des Meniskus möglichst
zu erhalten.

Meniskusriss vor und nach arthroskopischer Operation
Nachbehandlung
Das betroffene Bein kann direkt nach der Operation wieder belastet
werden. Vorübergehend sind Gehstützen sinnvoll, die der Patient nach
eigenem Gefühl ablegt. Wesentliche Schmerzen bestehen in der Regel nur
für ca. einen Tag. Schmerzmittel sind nach Ziehen der Drainage fast nie
mehr erforderlich.
Gegebenenfalls erfolgt Krankengymnastik, physikalische Therapie und Gangschulung.
Die Wundheilung dauert ca. 8 - 10 Tage.
Ergebnisse und Belastungsfähigkeit
Bei isolierten Meniskusschäden tritt schnell nach der Operation
Schmerzfreiheit und volle Belastungsfähigkeit ein. Das Operationsergebnis
ist allerdings wesentlich davon abhängig, ob bereits weitere Schäden,
z.B. Knorpelschäden oder Bandverletzungen, vorliegen.
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